EDITORIAL
Liebe Leser:innen
Lernen und Spielen stehen nicht im Widerspruch. Spielerische Elemente können Neugier wecken, Motivation fördern und Lernprozesse bereichern. Wie wirkungsvoll solche Ansätze sein können, zeigt sich in unseren Klassen immer wieder: Die Beteiligung steigt, die Motivation wird sichtbar, und Lernziele werden oft in kurzer Zeit erreicht.
Spiel bedeutet, Möglichkeiten auszuloten, Rollen einzunehmen und Entscheidungen zu erproben. Es schafft Räume, in denen Neues ausprobiert und Erfahrungen gesammelt werden können. Genau diese Vielschichtigkeit greift diese Ausgabe aus unterschiedlichen Perspektiven auf.
Die Reportage «Wenn Drachen plötzlich Hausaufgaben machen» führt dorthin, wo Spiel und Lernen ineinandergreifen. Spiel eröffnet Räume, in denen Kreativität, soziale Kompetenz und Selbstständigkeit wachsen.
Die Infoboxen erweitern den Themenschwerpunkt um zusätzliche Perspektiven: von der Mathematik des Zufalls über die evolutionären Ursprünge des Spiels bis hin zur Spieltheorie des Schachs.
«Gefangen im Spiel» richtet den Blick auf digitale Spielwelten. Games arbeiten gezielt mit psychologischen Mechanismen, um Aufmerksamkeit zu binden und Verhalten zu steuern. Damit verschiebt sich die Perspektive: nicht nur, wie wir spielen, sondern wie mit uns gespielt wird.
Die Textanalyse «Im Regen versinkt die Krone» zeigt Spiel als literarisches Prinzip: Sprache experimentiert mit Rollen, Symbolen und Erwartungen und erzeugt dadurch neue Bedeutungen. Die Slam-Poetry «Die Stimme in deinem Ohr» führt diesen Gedanken weiter und macht Sprache zum Spielraum zwischen Ausdruck, Wirkung und Verantwortung.
Das Interview «Gechillt gamen macht viel mehr Spass», ein Gespräch mit Schüler:innen und einer Fachperson, eröffnet den Blick auf den Alltag Jugendlicher zwischen Faszination, Routine und Reflexion.
Die abschliessenden Beiträge führen das Thema nochmals in unterschiedliche Richtungen. Die Reportage «Zwei Schläger und ein Ball» zeigt, wie aus einem vermeintlichen Freizeitspiel eine Leidenschaft entstehen kann. «Zwischen Spiel und Realität» und «Pretend and Roll the Dice» machen deutlich, dass Spiel nicht nur Wettkampf, sondern immer auch gemeinsames Erzählen, Darstellen und Auseinandersetzung sein kann. Vielleicht zeigt sich gerade im Spiel, wie unterschiedlich wir die Welt verstehen, gestalten und erzählen können.
Apropos neue Spielräume: Auch die LGazette verändert sich. Die bisherige Freifach-Redaktion wird aufgelöst. Künftig arbeiten ganze Klassen oder Jahrgänge an einzelnen Ausgaben mit. Interessierte Klassen können sich bei der Redaktion oder ihrer Klassenlehrperson melden.
Zum Schluss: Bettina Lang hat die LGazette über viele Jahre mitgestaltet. Für ihre Ideen, ihre Arbeit und ihr grosses Engagement danken wir ihr herzlich.
Die Redaktion
